Üblen Nachrede, Verleumdung und Beschimpfung


Eine Unterscheidung der Üblen Nachrede, Verleumdung und Beschimpfung

Rechtsanwalt Fabian Teichmann
Dr. iur. Dr. rer. pol., LL.M., Rechtsanwalt, Notar
Fabian Teichmann

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Häufig bilden Gerichtsurteile Bestandteil einer Fernsehsendung oder werden in Zeitungen wiedergegeben. Dabei spielen juristische Begriffe eine grosse Rolle und bringen damit Laien vor ein Rätsel, das sie nicht oder nur schlecht verstehen. Insbesondere die Unterscheidung von ähnlichen Delikten kann grosse Schwierigkeiten mit sich bringen. Damit die Unterscheidung von übler Nachrede, Verleumdung und Beschimpfung nicht nur von Rechtsanwälten für Strafrecht gemacht werden kann, möchten wir hier eine Abgrenzung der Begriffe aufzeigen.

Üble Nachrede

Die üble Nachrede bildet den Anfang der Ehrdelikte im Strafgesetzbuch der Schweiz. Gemäss Art. 173 StGB ist üble Nachrede gegeben, wenn jemand eine andere Person bei einem Dritten, eines unehrenhaften Verhaltens oder einer Tatsache beschuldigt, die geeignet ist den Ruf der Person zu beschädigen. Die Wirkung auf den Dritten spielt dabei keine Rolle, Sie muss der Aussage keinen Glauben schenken, einzig die Kenntnisnahme muss gegeben sein. Die üble Nachrede beinhaltet aber auch einen Befreiungstatbestand. So fällt eine Strafe dahin, wenn der Täter die Wahrheit seiner Äusserung beweisen oder ernsthafte Gründe vorweisen kann, weshalb er die Aussage für wahrhaftig hielt.

Verleumdung

Beim Unterscheidungskriterium der üblen Nachrede und der Verleumdung kommt es auf den Vorsatz des Täters an. Bei der üblen Nachrede handelt der Täter vorsätzlich, was das Treffen der Aussage und die Verbreitung dessen bei einem Dritten anbelangt. Jedoch gilt dies nicht für den Wahrheitsgehalt der Aussage. Anders beim Tatbestand der Verleumdung. Hier handelt der Täter im Sinne von Art. 174 StGB wider besseren Wissens. Der Täter hat also Kenntnis von der Unwahrheit seiner Aussage. In diesem Falle kann ihm auch eine höhere Strafe als bei einer üblen Nachrede drohen. Als Betroffener einer Verleumdung kann es schwierig sein, etwas dagegen zu unternehmen, um die Aussagen aus der Welt zu schaffen. Zögern sie nicht, sich bei einem Anwalt für Strafrecht in St.Gallen, Zürich oder Frauenfeld zu melden, damit die Sache möglichst schnell aus der Welt geschaffen werden kann.

Beschimpfung

Die Beschimpfung ist mit der Position im Strafgesetzbuch und der Formulierung ein Auffangtatbestand der Ehrverletzungen und ist gegeben, wenn weder die üble Nachrede noch die Verleumdung erfüllt ist. Die Beschimpfung ist eine Verletzung der Ehre einer anderen Person durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeit.

Zusammengefasst handelt es sich bei der üblen Nachrede und der Verleumdung um eine Rufschädigung, wobei eine Verleumdung vorliegt, wenn der Täter weiss, dass die getätigten Äusserungen falsch sind. Die Beschimpfung bildet einen Auffangtatbestand für die Ehrverletzungen im Strafgesetzbuch und ist erfüllt, wenn eine anderweitige Ehrverletzung gegeben ist und weder üble Nachrede noch Verleumdung anwendbar sind.

Bei Fragen zu einem allfälligen Ehrdelikt, können unsere Anwälte für Strafrecht in Zürich, St.Gallen oder Frauenfeld Ihnen gerne weiterhelfen.


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