Der Eheliche Güterstand


Der Eheliche Güterstand

Rechtsanwalt Markus Thier
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Markus Thier

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Die Auflösung der ehelichen Gemeinschaft ist an sich bereits kein freudiges Ereignis. Die Frage nach der Aufteilung des gemeinsamen Vermögens endet dabei nicht selten in Streitigkeiten. Hierbei handelt es sich um ein Thema, mit welchem unsere Rechtsanwälte für Familienrecht in Zürich, St.Gallen oder Frauenfeld häufig konfrontiert werden. Nachfolgend werden die verschiedenen Güterstände des Schweizer Rechts erläutert und erklärt, welche Auswirkungen sich daraus ergeben. Die Auflösung eines Güterstands wird gemäss Art. 204 ZGB beim Tod eines Ehegatten sowie bei einer Scheidung, Trennung oder Ungültigkeitserklärung der Ehe aufgelöst.

Der ordentliche Güterstand

Als ordentlicher Güterstand gilt in der Schweiz gemäss Art. 181 ZGB die Errungenschaftsbeteiligung. Im Vergleich zum ausserordentlichen Güterstand wird dieser ohne eine vertragliche Abrede gesetzlich angenommen. Der Zweck der Errungenschaftsbeteiligung ist die Beteiligung des einen Ehegatten an den Errungenschaften des anderen Ehegatten während der Ehe. Damit soll insbesondere einer Aufgabenteilung, bei welcher der Ehemann oder die Ehefrau auf eine Erwerbstätigkeit verzichtet, beispielsweise um die Kinderbetreuung zu übernehmen, Rechnung getragen werden.

Die Errungenschaftsbeteiligung kennt zwei Gütermassen, das Eigengut und die Errungenschaft. Ersteres sind die Vermögenswerte, die man in die Ehe einbringt, geschenkt oder vererbt bekommt. Zur Errungenschaft zählen beispielsweise Einkünfte aus Arbeitserwerb oder Erträge aus dem Eigengut wie Zinsen. Bei einer Auflösung des Güterstands behalten beide Seiten ihr Eigengut und die Errungenschaft wird auf beiden Seiten zur Hälfte geteilt. Für ihre Schulden haften Ehegatten grundsätzlich persönlich.

Gütergemeinschaft

Im Falle der Gütergemeinschaft werden abzüglich den von Gesetzes wegen dem persönlichen Eigengut zugehörigen alle Vermögenswerte dem Gesamtgut zugeschrieben. Das Gesamtgut gehört beiden Ehepartnern gemeinsam und wird bei der Auflösung zu gleichen Teilen aufgeteilt. Im Falle von Schulden kommt es darauf an, ob sie den täglichen Bedürfnissen zugeschrieben werden können. In diesem Falle haften Ehegatten mit dem kompletten Gesamtgut und dem Eigengut der jeweiligen Person. Sind die Schulden anders zu qualifizieren, beschränkt sich die Haftung auf die Hälfte des Gesamtgutes. Die Gütergemeinschaft als ausserordentlicher Güterstand wird durch Ehevertrag von den Ehegatten vereinbart. Bei Fragen zum Ehevertrag und den entsprechenden rechtlichen Vorgaben, können Sie sich gerne an unsere Rechtsanwälte für Familienrecht in St.Gallen, Zürich, oder Frauenfeld wenden.

Gütertrennung

Die grösstmögliche Trennung der Vermögenswerte kann vertraglich durch die Gütertrennung erreicht werden. In diesem Falle hat die Ehe keine gemeinsame Gütermasse zur Folge. Die Auflösung des Güterstandes resultiert entsprechend auch nicht in einer Aufteilung. Die Ehegatten haben von Anfang bis Ende der Ehe Eigentum an ihrem Vermögen wie auch den Schulden. Auch die Auflösung des Güterstandes und damit die Aufteilung der jeweiligen Gütermassen kann schnell zu Unklarheiten führen. Bei allfälligen Fragen helfen Ihnen unsere Anwälte für Familienrecht in Frauenfeld, St.Gallen oder Zürich gerne weiter.


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