Freelancer


Unser kleiner Dienstleistungsbetrieb arbeitet oft und regelmässig mit Freelancern zusammen. Diese werden auf Honorarbasis bezahlt. Sind damit sämtliche Ansprüche, z.B. auch an Ferien, abgegolten?

Ja, aber ...

Mit der Bezahlung des vereinbarten Honorars durch das auftraggebende Unternehmen sind grundsätzlich sämtliche Ansprüche eines Freelancers abgegolten. Darin enthalten sind nebst den Sozialversicherungsansprüchen auch sämtliche Freizeit- und Ferienansprüche des freien Mitarbeiters.

Für Sie als Unternehmen ist jedoch von zentraler Bedeutung, dass der Freelancer auch aus rechtlicher Sicht als freier Mitarbeiter und nicht als so genannter „Scheinselbständiger“ gilt.

Echte Freelancer sind Personen, welche für ein Unternehmen tätig sind, ohne jedoch wie ein Arbeitnehmer in das Unternehmen eingegliedert zu sein. Sie können eigenständig über ihren Arbeitseinsatz inklusive Lohn, Arbeitszeit, Pausen und Ferien bestimmen. Der Auftrag mit dem Freelancer muss deshalb auch inhaltlich so ausgestaltet sein, dass er keine Merkmale eines Arbeitsvertrags enthält. Freie Mitarbeiter tragen das eigene Unternehmerrisiko und sind in der Form der Einzelfirma von der Sozialversicherung als selbständig Erwerbstätige anerkannt.

Im Gegensatz dazu sind Scheinselbständige nach einer Gesamtbeurteilung der verschiedenen Abgrenzungskriterien analog einem Arbeitnehmer in das Unternehmen eingegliedert. Stellen ein Richter oder die Sozialversicherungen eine solche Scheinselbständigkeit des Freelancers fest, muss das Unternehmen dem freien Mitarbeiter im schlimmsten Fall sämtliche Sozialleistungen, Ferienlohn, Kinderzulagen nachzahlen und bei Krankheit oder Unfall Lohnfortzahlungen leisten. Ebenfalls drohen dem Unternehmen strafrechtliche Sanktionen wegen Unterlassung der Meldepflicht. In der Praxis tendieren die Behörden im Zweifelsfall aus Gründen des Arbeitnehmerschutzes oftmals auf eine Scheinselbständigkeit und damit das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses.

Um die genannten rechtlichen Risiken zu vermeiden, sollte nötigenfalls unter Beizug eines spezialisierten Rechtsanwalts bei jedem Einsatz eines Freelancers ein sorgfältig formulierter Freelancingvertrag abgeschlossen werden. Darin sollten unbedingt auch die heiklen Punkte Selbständigkeit und Sozialversicherung präzise geregelt werden. Zusätzlich sollten vom Freelancer stets Versicherungsnachweise sowie eine schriftliche Bestätigung der AHV-Ausgleichskasse, wonach er für die vorgesehene Arbeit als Selbständigerwerbender anerkannt ist, einverlangt werden.

Gilt eine fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses


Diese Ausführungen beziehen sich auf das privatrechtliche Arbeitsverhältnis und gelten allenfalls nur eingeschränkt für das öffentlich-rechtliche Arbeitsverhältnis in der Verwaltung oder anderen staatlichen Unternehmen. Dafür gelten meist eigene Regeln.

Wann darf eine fristlose Kündigung ausgesprochen werden

Gemäss Artikel 337 OR darf eine fristlose Kündigung nur aus wichtigem Grund ausgesprochen werden. Ein solcher Grund ist nur dann gegeben, wenn dem Kündigenden die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nach Treu und Glauben nicht mehr zugemutet werden kann.

Dazu gehören schwerwiegende Verfehlungen, welche eine fristlose Entlassung auch ohne vorgängige Abmahnung zulassen. Dazu gehören zum Beispiel die generelle resp. wiederholte Arbeitsverweigerung, den Verrat von Geschäftsgeheimnissen, Straftaten am Arbeitsplatz, konkurrenzierende Tätigkeit oder Annahme von Schmiergeldern, Tätlichkeiten und Beleidigungen von Vorgesetzen oder Arbeitskollegen - solange es sich nicht um Bagatellfälle handelt.

Sind die Verfehlungen weniger schwerwiegend, muss einer fristlosen Kündigung zwingend eine Abmahnung vorausgehen, ansonsten eine solche Kündigung als missbräuchlich eingestuft werden könnte. Schlechte Arbeitsleistung ist mit Ausnahme ganz krasser Fälle, nie ein Grund zur fristlosen Kündigung. Eine unverschuldete Verhinderung am Arbeitsplatz, ist nie ein Grund zur fristlosen Kündigung. Dazu gehört zum Beispiel Krankheit, amtliche Vorladungen oder ein unvermittelter Einsatz in der Feuerwehr.

Wird ein Arbeitnehmer lediglich aufgrund eines Verdachts fristlos entlassen, dann ist die fristlose Kündigung zu Unrecht erfolgt, wenn sich der Tatverdacht im Nachhinein nicht bestätigt.

Die Folgen einer fristlosen Kündigung

Bei einer gerechtsfertigten fristlosen Kündigung wird das Arbeitsverhältnis am Tag der fristlosen Kündigung beendet. Der Arbeitnehmer hat über die bereits geleistete Arbeit hinaus keine weiteren Lohnansprüche mehr. Erleidet der Arbeitgeber durch das Verhalten des Arbeitnehmers einen Schaden, so wird der Arbeitnehmer unter Umständen sogar schadenersatzpflichtig (Art. 337 lit. b OR).

Bei einer ungerechtfertigten fristlosen Kündigung endet das Arbeitsverhältnis ebenfalls am Tag der fristlosen Kündigung. Der Arbeitnehmer hat jedoch Anspruch auf Ersatz des Lohnes, den er verdient hätte, wenn das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der ordentlichen (vertraglichen) Kündigungsfrist beendet worden wäre. Zu ersetzen ist der Nettolohn unter Berücksichtigung sämtlicher Lohnbestandteile (und zusätzlich der Arbeitgeberanteil der Pensionskassenprämie). Der Arbeitnehmer muss sich allerdings anrechnen lassen, was er infolge der Beendigung des Arbeitsverhältnisses erspart hat und was er durch anderweitige Arbeit hätte verdienen können oder was er zu verdienen absichtlich unterlassen hat. Angerechnet werden auch die von der Arbeitslosenversicherung geleisteten Taggelder.

Darüber hinaus schuldet der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Entschädigung von bis zu sechs Monatslöhnen. Über eine solche Entschädigung entscheidet das Gericht nach freiem Ermessen unter Würdigung aller konkreten Umstände (Art. 337 lit.c Abs. 3 OR). Besonders ins Gewicht fallen dabei die Schwere des Verschuldens des Arbeitgebers, die Dauer des Arbeitsverhältnisses und das Ausmass der Persönlichkeitsverletzung, welche die unberechtigte fristlose Entlassung beim Arbeitnehmer bewirkt. Liegt ein Mitverschulden des Arbeitnehmers vor, wird die Entschädigung reduziert.

Bevor Sie als Arbeitgeber oder als Arbeitnehmer eine fristlose Kündigung aussprechen, raten wir Ihnen ganz dringend, sich von einem Rechtsanwalt beraten zu lassen. Nutzen Sie dazu allenfalls auch die «Online-Rechtsberatung» von SwissAnwalt.


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Lassen Sie Ihren Rechtsfall daher unbedingt durch einen spezialisierten Rechtsanwalt seriös und vertieft abklären. Nur so erhalten Sie eine rechtssichere Antwort auf Ihre Fragen und wissen, woran Sie sind. Der Einsatz lohnt sich auf jeden Fall.

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